ELER Fonds 2014-2020

ELER Fonds 2014-2020

Der ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) ist ein Finanzinstrument der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums mittels Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Sektoren Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Verbesserung der Umwelt und der Landschaft sowie der Lebensqualität und der landwirtschaftlichen Diversifizierung.

Die EU-Maßnahmen zu Gunsten der Sektoren Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft werden mit dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELR) der Autonomen Provinz Bozen umgesetzt, welche die Hauptstrategien, die Ziele und die Maßnahmen festlegt und im Allgemeinen die Entwicklung der ländlichen Gebiete plant.

Das ELR der Autonomen Provinz Bozen für die Programmperiode 2014-2020 ist unter Berücksichtigung der Bestimmung der EU-Verordnung Nr. 1305 vom 17. Dezember 2013 verfasst und mit Entscheidung der EU-Kommission Nr. C(2015)-3528 vom 26. Mai 2015, und nachfolgende Änderungen, genehmigt worden.

Weitere Details der aktuellen Version des ELR 2014-2020 sind auf der Internetseite der Abteilung Landwirtschaft einsehbar.

Operative Ziele

Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) trägt die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums, einschließlich der Tätigkeiten im Nahrungsmittel- und im Nichtnahrungsmittelsektor sowie im Forstsektor, zur Verwirklichung folgender Ziele bei:

  1. Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Sektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Agrar- und Nahrungsmittelindustrie;
  2. Gewährleistung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und des Klimaschutzes;
  3. Umsetzung einer ausgewogenen Entwicklung der ländlichen Wirtschaftsgebiete mit Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Die Verwirklichung der Zielsetzungen der Entwicklung des ländlichen Raums wird anhand von sechs Prioritäten der Europäischen Union angestrebt, die die relevanten thematischen Ziele des Gemeinsamen Strategischen Rahmens (GSR) widerspiegeln und die Schwerpunkte der vorangegangen Programmperiode 2007-2013 ersetzen.

In der Folge die sechs Prioritäten der Europäischen Union für die Entwicklung des ländlichen Raums:

  1. Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Gebieten mit Schwerpunkt in folgenden Bereichen:
    1. Förderung der Innovation, der Zusammenarbeit und des Aufbaus der Wissensbasis in ländlichen Gebieten;
    2. Stärkung der Verbindungen zwischen Landwirtschaft, Nahrungsmittelerzeugung und Forstwirtschaft sowie Forschung und Innovation, unter anderem zum Zweck eines besseren Umweltmanagements und einer besseren Umweltleistung;
    3. Förderung des lebenslangen Lernens und der beruflichen Bildung in der Land- und Forstwirtschaft.
  2. Verbesserung der Lebensfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und der Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Landwirtschaft in allen Regionen und Förderung innovativer landwirtschaftlicher Techniken und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit Schwerpunkt in folgenden Bereichen:
    1. Verbesserung der Wirtschaftsleistung aller landwirtschaftlichen Betriebe, Unterstützung der Betriebsumstrukturierung und -modernisierung insbesondere mit Blick auf die Erhöhung der Marktbeteiligung und -orientierung sowie der landwirtschaftlichen Diversifizierung;
    2. Erleichterung des Zugangs angemessen qualifizierter Landwirte zum Agrarsektor und insbesondere des Generationenwechsels;
  3. Förderung der Organisation der Nahrungsmittelkette, einschließlich Verarbeitung und Vermarktung von Agrarerzeugnissen, des Tierschutzes und des Risikomanagements in der Landwirtschaft mit Schwerpunkt in folgenden Bereichen:
    1. Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Primärerzeuger durch ihre bessere Einbeziehung in die Nahrungsmittelkette durch Qualitätsregelungen, die Erhöhung der Wertschöpfung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die Absatzförderung auf lokalen Märkten und kurze Versorgungswege, Erzeugergemeinschaften und -organisationen und Branchenverbände;
    2. Unterstützung der Risikovorsorge und des Risikomanagements in den landwirtschaftlichen Betrieben;
  4. Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der Land- und Forstwirtschaft verbundenen Ökosysteme mit Schwerpunkt auf den folgenden Bereichen:
    1. Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung der biologischen Vielfalt in Natura 2000-Gebieten und anderen Gebieten mit hohem Naturwert;
    2. Verbesserung der Wasserwirtschaft einschließlich des Umgangs mit Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln;
    3. Verhinderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bodenbewirtschaftung.
  5. Förderung der Ressourceneffizienz und Unterstützung des Agrar-, Nahrungsmittel- und Forstsektors beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft mit Schwerpunkt auf den folgenden Bereichen:
    1. Effizienzsteigerung bei der Wassernutzung in der Landwirtschaft;
    2. Effizienzsteigerung bei der Energienutzung in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelverarbeitung;
    3. Erleichterung der Versorgung mit und stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien, Nebenerzeugnissen, Abfällen und Rückständen und anderen Ausgangserzeugnissen außer Lebensmitteln für die Biowirtschaft;
    4. Verringerung der aus der Landwirtschaft stammenden Treibhausgas- und Ammoniakemissionen;
    5. Förderung der Kohlenstoff-Speicherung und -Bindung in der Land- und Forstwirtschaft.
  6. Förderung der sozialen Inklusion, der Armutsbekämpfung und der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Gebieten mit Schwerpunkt auf den folgenden Bereichen:
    1. Erleichterung der Diversifizierung, Gründung und Entwicklung von kleinen Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen;
    2. Förderung der lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten;

Zugang zu den Finanzierungen für die Investitions- und Weiterbildungsmaßnahmen

Ansuchen können Subjekte, welche im Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen eingetragen und im Besitz eines gültigen Betriebsbogen sind (Einschreibung/Änderungen bei Forststationen und in der Abteilung Landwirtschaft möglich) sowie die im ELR vorgesehenen Förderkriterien erfüllen. Der Antragsteller füllt den Antrag aus und reicht ihn innerhalb der für die einzelnen Untermaßnahmen vorgeschriebenen Einreichtermine und unter Einhaltung der EU-Vorschriften ein.

Um Zugang zu den Finanzierungen zu erlangen werden die Projekte, wenn vorgesehen, einem Auswahlverfahren unterzogen.
Die Auswahlkriterien, welche nach Rücksprache mit dem Begleitausschuss festgelegt werden, gewährleisten die Gleichbehandlung der Antragsteller, die bestmögliche Nutzung der Finanzmittel und die Konformität der Maßnahmen mit Hinblick auf die Prioritäten der Europäischen Union im Bereich ländliche Entwicklung. Jedes Auswahlkriterium generiert Punkte und die erreichte Gesamtpunkteanzahl des Projektes ergibt sich aus der Summe der Punkte, die für jedes erfüllte Auswahlkriterium erlangt worden sind. Für jedes Vorhaben einer Untermaßnahme ist eine Mindestpunkteanzahl für den Zugang zur Förderung vorgesehen.

Bezugsdokument: Verfahren und Auswahlkriterien

Alle Detailinformationen zur Einreichung, Auswahl, Bearbeitung, Kontrolle, Revision, Genehmigung und Auszahlung der Anträge, welche bei der Bearbeitung der einzelnen Fälle Anwendung finden, sind in den Verfahrenshandbüchern, die von der Verwaltungsbehörde und der LZS im Einvernehmen verfasst worden sind, enthalten.

Für die Vertiefung und die Einsichtnahme in die Handbücher wird auf die Internetseiten der Landesabteilungen verwiesen, welche für die aktivierten Untermaßnahmen zuständig sind:

Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 ist die Gewährung von Direktzahlungen (Betriebsprämie) und Zahlungen im Rahmen der ländlichen Entwicklung (Agrarumwelt- und Klimamaßnahme, Biologischer Anbau, Ausgleichszulage) auch an die Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen (Cross Compliance) geknüpft.

Die Antragsteller verpflichten sich, die Auflagen der Cross Compliance, die für den eigenen Betrieb als anwendbar aufscheinen, einzuhalten (siehe unten angeführte Tabelle).

Die Auflagen gelten für das ganze Kalenderjahr und für alle Produktionsbereiche sowie alle landwirtschaftlichen Flächen eines Betriebes, auch für jene, für die keine Direktzahlung beantragt wurde.

Die Anwendbarkeit der verschiedenen Anforderungen und Normen der Cross Compliance wird aufgrund der Betriebssituation laut Datenbanken für Flächen und Tiere definiert. Sollte sich im Laufe der Zeit die betriebliche Situation ändern, so wird diese Änderung auch auf die Cross Compliance übertragen.

Falls bei einem Betrieb eine Anforderung fälschlicherweise als anwendbar aufscheint und bei der Vor-Ort-Kontrolle deren Nicht-Anwendbarkeit hervorgeht, ist keine Auswirkung für den Betrieb vorgesehen.